
Rund jeder Fünfte leidet regelmäßig unter Mundtrockenheit¹ – Tendenz steigend. Die Ursachen reichen dabei von harmloser Flüssigkeitsarmut bis hin zu Erkrankungen, die den Speichelfluss beeinträchtigen. Erfahren Sie in diesem Beitrag, warum ein trockener Mund entsteht, was wirklich hilft und wann Ihr Zahnarzt Sie bei diesem Problem unterstützen kann.
Ein trockener Mund kann viele Gründe haben – von simplen Alltagsgewohnheiten bis hin zu medizinischen Erkrankungen. Entscheidend ist, warum der Speichelfluss gestört ist, denn Speichel ist das natürliche Schutzsystem der Mundhöhle.
Manchmal ist die Ursache harmlos:
Leiden Sie nachts unter Mundtrockenheit durch Schnarchen oder Mundatmung? Erfahren Sie, wie eine gezielte Schnarchtherapie Ihre Atmung verbessern und die Belastung für Mund und Schleimhäute verringern kann.
Bleibt die Mundtrockenheit bestehen, kommen häufig Krankheiten oder Medikamente ins Spiel:
In der Zahnmedizin wird die Mundtrockenheit unter dem Fachbegriff Xerostomie (gelegentlich auch Oligostomie genannt) zusammengefasst. Dabei handelt es sich nicht nur um ein lästiges Gefühl, sondern um eine ernstzunehmende Diagnose.
Obwohl manche Patienten lediglich ein subjektives Trockenheitsgefühl verspüren, während die Speichelmenge noch im Normbereich liegt, ist die Xerostomie das klinische Zeichen für eine objektiv verminderte Speichelsekretion. Da der Speichel für die Selbstreinigung des Mundes und den Schutz des Zahnschmelzes essenziell ist, ist ein trockener Mund weit mehr als nur ein Komfortproblem; er ist ein Risiko für Ihre Zahngesundheit.
Kurzfristig ist Mundtrockenheit meist unbedenklich – etwa nach einem langen Gespräch oder einem Glas Wein. Wird die Mundhöhle jedoch dauerhaft zu trocken, gerät das empfindliche Gleichgewicht der Schleimhäute und Mundflora ins Wanken.
Trockene Mundschleimhaut erhöht das Risiko für Beläge und Karies. Eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung unterstützt die Mundgesundheit und beugt Entzündungen effektiv vor.
Speichel schützt nicht nur vor Karies, sondern neutralisiert Säuren, spült Speisereste fort und hält die Mundschleimhaut geschmeidig. Fehlt dieser natürliche Schutz, steigt die Gefahr für Erkrankungen der Zähne und des Zahnfleisches deutlich an.
Ein trockener Mund lässt sich oft schon mit einfachen Gewohnheitsänderungen lindern. Entscheidend ist, den Speichelfluss wieder anzuregen und die Mundschleimhaut feucht zu halten.

Wenn einfache Hausmittel aus der Apotheke nicht ausreichen, können spezielle Produkte helfen:
Tipp: Achten Sie darauf, regelmäßig zu trinken und nachts ein Glas Wasser griffbereit zu haben.
Viele Betroffene bemerken die Mundtrockenheit besonders nachts. Das liegt daran, dass die Speichelproduktion im Schlaf natürlicherweise zurückgeht. Bei geöffneter Mundatmung oder Schnarchen verdunstet zusätzlich Feuchtigkeit und die Mundhöhle wird sprichwörtlich „ausgetrocknet“.
Hinweis: Wenn das Problem regelmäßig auftritt, sollten Sie den Zahnarzt oder Hausarzt aufsuchen. Hinter anhaltender Mundtrockenheit nachts können auch Erkrankungen der Speicheldrüsen oder Nebenwirkungen von Medikamenten stecken.
Ein vorübergehend trockener Mund ist meist harmlos, etwa nachdem zu wenig Flüssigkeit getrunken wurde oder bedingt durch Mundatmung in der Nacht. Bleiben die Beschwerden jedoch über längere Zeit bestehen oder verschlimmern sie sich, sollte ein Zahnarzt die Ursachen der Mundtrockenheit gezielt untersuchen.
Typische Warnzeichen sind Brennen, Schmerzen, ein klebriges Mundgefühl oder Probleme beim Schlucken und Sprechen. In solchen Fällen kann Ihr Zahnarzt
In den meisten Fällen ist Mundtrockenheit kein Grund zur Sorge, doch bei anhaltenden Symptomen sollte sie ärztlich abgeklärt werden. Mit der richtigen Behandlung, konsequenter Mundhygiene und gezielter Prävention lassen sich Beschwerden meist wirksam lindern und die Zähne langfristig schützen.
Sprechen Sie uns in unserer Praxis Dr. Klaus Karge an. Wir beraten Sie individuell und helfen Ihnen, Ihre Mundgesundheit zu erhalten.
Trinken Sie regelmäßig kleine Schlucke Wasser und kauen Sie zuckerfreien Kaugummi, um den Speichelfluss anzuregen. Auch das Lutschen von zuckerfreien Bonbons oder das Befeuchten der Mundschleimhaut mit speziellen Mundsprays kann schnell Erleichterung bringen.
Ein trockener Mund kann als Nebenwirkung vieler Medikamente auftreten. Häufige Auslöser sind Präparate gegen Bluthochdruck, Depressionen, Allergien oder Schlafstörungen, da sie den Speichelfluss verringern können. Wenn Sie regelmäßig Arzneimittel einnehmen und Mundtrockenheit bemerken, besprechen Sie das mit Ihrem Arzt oder Zahnarzt.
Ja, Diabetes mellitus kann den Speichelfluss beeinträchtigen und dadurch Mundtrockenheit verursachen. Ein dauerhaft trockener Mund in Kombination mit starkem Durst, häufigen Toilettengängen, Müdigkeit oder Gewichtsverlust sollte hausärztlich abgeklärt werden.
Achten Sie auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer und stellen Sie ein Glas Wasser ans Bett. Wenn Sie häufig durch den Mund atmen oder schnarchen, kann es helfen, die Nasenatmung zu fördern, zum Beispiel durch regelmäßiges Lüften, eine aufrechte Schlafposition oder den Verzicht auf stark trocknende Heizungsluft.
Kauen Sie zuckerfreie Kaugummis oder Bonbons, um die Speicheldrüsen zu stimulieren. Auch leicht säuerliche Lebensmittel wie Zitronenwasser oder Apfelstücke regen den Speichelfluss an, sollten aber wegen Ihrer Zahngesundheit nicht dauerhaft konsumiert werden. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt zusätzlich, damit der Mund nicht austrocknet.
Die meisten Formen der Mundtrockenheit lassen sich gut behandeln, wenn die Ursache bekannt ist. Ob durch Speichelersatzmittel, gezielte Behandlung der Grunderkrankung oder Anpassung von Medikamenten – viele Betroffene erleben deutliche Besserung.
¹ Quelle: Springer Medizin – „Mundtrockenheit – Ätiologie, Diagnostik, Klinik und Therapie“,
Veröffentlicht in: Oralprophylaxe & Kinderzahnheilkunde, 2017, online unter: https://link.springer.com/article/10.3238/OPKZH.2017.0172-0179
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